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09-11-17
Rubrik: Fessenheim, Pressebericht
Aus für Fessenheim schon wieder verschoben

Atomkraft

Das umstrittene Atomkraftwerk im Elsass soll zwei Jahre länger am Netz bleiben als angekündigt: Nach den neuen Plänen der französischen Regierung bis 2022. Aber stimmt das? Der Termin wird nicht zum ersten Mal verschoben.

Die französische Regierung hat das Ende für das Atomkraftwerk Fessenheim erneut verschoben. Nach den neuen Plänen der Regierung steht als Datum für die Außerbetriebnahme das Jahr 2022 im Raum. Zuletzt war stets von 2020 die Rede.

Die französische Regierung hat sich von ihrem Ziel verabschiedet, den Anteil des Atomstroms am Energiemix des Landes bis 2025 von derzeit 75 auf 50 Prozent zu senken. Dieser Wert wurde vor gerade einmal zwei Jahren noch von der damaligen sozialistischen Regierung in einem neuen Energiegesetz festgeschrieben.

Fessenheim soll in Macrons Amtszeit stillgelegt werden

Das Ziel sei nicht zu erfüllen, erklärte Umweltminister Nicolas Hulot jetzt. Es werde "schwer sein, das Datum 2025 einzuhalten – es sei denn, wir steigern die Stromproduktion durch fossile Brennstoffe. In dem Fall müssten wir sogar neue thermische Kraftwerke in Betrieb nehmen", erklärte Hulot. Das aber sei mit den Klimazielen seines Landes nicht zu vereinbaren. Der Grüne fügte hinzu, viele Leute hätten "gewusst, dass das Ziel 2025 nicht erreichbar ist". Unmittelbar vor seiner Wahl hatte Präsident Emmanuel Macron im Frühjahr freilich noch erklärt: "Ich schließe mich dem Ziel von 50 Prozent im Jahr 2025 an."

"Es fehlt in diesem Land an politischem Mut gegenüber der Atomindustrie"

Das Aus von Fessenheim, dem ältesten französischen Atomkraftwerk, ist unmittelbar mit dem Energiegesetz verknüpft. Laut diesem geht Fessenheim vom Netz, sobald ein Kraftwerksneubau in Flamanville in der Normandie in Betrieb geht. Das ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Diese Kopplung gibt Hulot auf. Stattdessen kündigte er an, Fessenheim werde "noch während der präsidialen Amtszeit" Macrons stillgelegt. Diese endet 2022.

Das Netzwerk "Sortir du nucléraire" (Aussteigen aus der Atomkraft) erinnerte daran, dass Macrons Vorgänger François Hollande 2012 das gleiche Versprechen gegeben habe. Zudem müsse Frankreich 16 weitere Reaktoren stilllegen, wenn sich der Atomstromanteil auf die Hälfte senken soll. Dafür gebe es keinen Plan.

Scharfe Kritik an der Kehrtwende kam vom grünen Abgeordneten Yannick Jadot. "Es fehlt in diesem Land an politischen Mut gegenüber der Atomindustrie." Hulot mache sich zu ihrem Sprecher, übernehme er doch einen Bericht des Stromnetzbetreibers RTE. Dieser kommt zum Schluss, dass Frankreich vier Kohlekraftwerke behalten und 20 neue Gasturbinen bauen müsste, um die Senkung der Atomstromproduktion von 75 auf 50 Prozent zu kompensieren. "In Wahrheit ist Frankreich bei der Umstellung auf die erneuerbaren Energien mehr als alle anderen Länder im Rückstand", erklärte Jadot.

Online Kommentare:
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Die veröffentlichten Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Heiner Dubois: 09. November 2017 - 21:58 Uhr

Das hatten wir doch schon einmal. Wird noch während der Amtszeit von Hollande geschlossen hieß es. Nun heißt es, wird noch während der Amtszeit von Macron geschlossen. Wer mag wohl der nächste Präsident heißen? Und ob Fessenheim dann endlich geschlossen wird?

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Johannes Hoppe: 09. November 2017 - 22:02 Uhr

Schon der Vorgänger von Macron hat ohne Hemmungen in dieser Angelegenheit die deutschen "Freunde" und seine Bürger angelogen. Warum soll das Macron, der in erheblicher Abhängigkeit der Finanzwelt steht, das nicht so machen? Schulterzucken und heuchlerisches Gejammere wenn der Schrotthaufen havariert und unsere schöne mitteleuropäische Rheinebene unbewohnbar verstrahlt. Danke, Freunde von der anderen Rheinseite.

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Jürgen Hufschmidt: 09. November 2017 - 22:16 Uhr

Wer wirklich an die Schließung geglaubt hat, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen. Jetzt ist die Bestürzung bei allen groß und die Verlängerung wird aufs schärfste kritisiert. Letztendlich können sich doch alle auf den Kopf stelle, mit den Beinen wackeln und auf der Rheinbrücke Luftballons steigen lassen.Unseren französischen Nachbarn ist das grad mal sowas von egal....Mal schauen wie viele Präsidenten Fessenheim noch überlebt...Traurig aber wahr.

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Gustav Rosa: 09. November 2017 - 23:36 Uhr

In der heutigen Zeit scheint es einfacher zu sein, an Weihnachtsmann und Osterhase zu glauben, als an Vernunft, Verstand und Anstand. Aber jetzt zu diesem Bericht: Neue alte Schlagzeile, die die Medien gerne aufnehmen.

Vor ein paar Tagen wurde die Leistung von Reaktor 1 im AKW Fessenheim innerhalb einer Stunde abrupt auf halbe Kapazität reduziert und gleich wieder auf Volllast hochgefahren. Warum, das konnte oder wollte niemand sagen.
Solche "Spielchen" beanspruchen den "übermüdeten", auf 30 Jahre Laufzeit dimensionierten Reaktormantel, auf höchst gefährliche Weise. Eine Anfrage besorgter deutscher Bürger beim Regierungspräsidium wurde lapidar beantwortet (Zitat):
"Zur Leistungsabsenkung am 31. Oktober 2017 liegen dem baden-württembergischen Umweltministerium keine Informationen vor. Auf Basis einer Informationsvereinbarung werden die baden-württembergischen Behörden über sicherheitsrelevante Ereignisse, die nach der internationalen INES-Skala auf der Stufe 1 oder höher eingestuft sind, sowie über von außen sichtbare Vorgänge, wie z.B. Übungen, Sirenentests oder Feuerwehreinsätze, per Fax informiert. Bei Notfällen erfolgt eine sofortige Alarmierung. Über betriebliche Vorgänge oder geringfügige Störungen im Betriebsablauf werden wir nicht routinemäßig informiert. Da wir über die Leistungsabsenkung nicht informiert wurden, gehe ich davon aus, dass es sich um einen solchen Fall handelt. Sofern der Vorgang aufsichtlich relevante Aspekte beinhalten sollte, wird sich die ASN als zuständige Aufsichtsbehörde um die Angelegenheit kümmern." Der Gedanke, in Colmar oder Fessenheim vorsorglich und freundlich nachzufragen, was vorgefallen ist, scheint in deutschen Amtsstuben nicht beheimatet zu sein.

Am Freitag treffen Macron und Steinmeier im elsässischen Hartmannswiller zusammen. Die Protestbewegung aus dem Dreyeckland hat beiden einen Brief geschickt (s.: http://badische-zeitung.de/breisach/rosa-fordert-von-macron-und-steinmeier-taten). Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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Wolfgang Stockbauer: 10. November 2017 - 01:43 Uhr

    Herr Rosa, Ihr Engagement in Ehren, aber habe ich sinngemäß nicht schon früher mal gesagt, dass Fessenheim so leicht nicht vom Netz genommen wird. Hab einige Prügel einstecken müssen. Das taktieren mit der Schließung diente letztlich doch wohl nur einer Beruhigung. Und dass weder Hollande noch Macron dies bestimmen, war doch ebenso klar. Und die Franzosen denken in dieser Beziehung anders wie wir. Was mich aber wundert, und darauf habe ich glaub auch schon einmal hingewiesen, ist der Protest aus Stuttgart. Für mich hielt und hält der sich auffallend in Grenzen, wo ist hier die smarte Stimme unseres Landesvaters Herrn Kretschmann, auch noch von den Grünen, ich vermisse ihn hier…
    Oder geht es hier vielleicht auch noch um viel Geld...
    Apropos die Grünen, wenn ich Frau Roth, Frau Andreae, und Frau Göring-Eckardt, die ehrenwerten grünen Quasseltanten, die sich lieber um die Flüchtlinge sorgen kritisiere, ist hier für Stimmung gesorgt. Aber was interessiert diese ehrenwerten Damen schon das bisschen Gesundheit im Badischen…

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Thorsten Funk: 10. November 2017 - 03:22 Uhr

    Herr Stockbauer,

    was Sie als "Prügel" bezeichnen, können Sie gerne wieder haben: anstatt sich mit persönlicher Präsenz vor Ort in Meinungsäußerung gegen das Werk zu beteiligen - auch ich erinnere gerne nochmals daran - da hatten Sie letztes Mal "...Besseres zu tun". Glaubwürdige Gleichgültigkeit, gähn. Gerade aus diesem Grund, dass nur in unbeteiligter Lethargie "Weisheiten" verteilt werden, dabei die breite Bevölkerung zu wenig Nachdruck zeigt, wissen die Betreiber dies- und jenseits des Rheins immer wieder, welche Chancen sie haben. Auch unsere AKW werden bald wieder "alternativlos gebraucht werden" - und beim nächsten globalen GAU sind alle vorübergehend wieder ganz aufgeschreckt...

    Und tatsächlich, da sind sie heute auch wieder: Ihre Weisheiten aus dem zurückgelehnten Schaukelstuhl. Selbstverständlich will ich Ihnen auch Ihre Meinung keinesfalls absprechen (meine Widerrede eingeschlossen). Aber etwas qualitativ Neues bringt Ihre Äußerung - weder Fisch noch Fleisch - eigentlich erst wieder NACH dem GAU bei uns vor Ort. Dann werden Sie schreiben können: Seht Ihr, ich wusste es doch, hab's doch gleich gesagt, vor Jahren und Jahrzehnten und Jahrhunderten schon: dass Euer lächerlicher Widerstand nichts bringt, nicht einmal gegenüber dem lächerlichen GAU. Dabei empfehle ich Ihnen, übers ganze Gesicht zu strahlen, macht sich dann überzeugend gut, in diesem Kontext...

    Habe ich Ihnen genügend den unschönen Spiegel vorgehalten?

    Man erinnere sich in Deutschland an schwarz-gelbe Laufzeitverlängerungs-Vorhaben. Berechnend und handwerklich äußerst schlecht umgesetzt, wurde den AKW-Betreibern später sogar noch rechtliche Angriffsfläche geboten (eine ungute "Allianz" in mehrfachem Sinn). Vor allem eine Verschlechterung gegenüber früherem, rot-grün initiierten Ausstiegsplan. Später, nach Fukushima, Merkel bekam Angst vor den WählerInnnen, ritt zurück, hieß es: ein überstürzter Plan. Das wurde interessanter Weise aber nicht wirklich dieser Koalition mit deren schon anfangs berechnendem Ausstieg und deren später nochmals berechnendem Ausstieg aus dem Ausstieg zur Last gelegt. Zum EIGENTLICHEN Fingerzeig von Fukushima: wen kümmerts? So auch hier...

    Inzwischen, Kurzzeitgedächtnis sei dank, haben wir womöglich bald wieder schwarz-gelb in Alltags-Politik. Und das bisschen grün wird tatsächlich nicht viel ändern, solange die Bevölkerung in "kluger" Lethargie verweilt...

    Bei diesem einen Kommentar werde ich es hier belassen. Einen angenehmen Meinungsaustausch allerseits...

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Wolfgang Stockbauer: 10. November 2017 - 04:00 Uhr

    Hallo Herr Funk, jetzt haben Sie es mir aber gegeben, und Sie müssen von den Grünen sein, anders kann ich mir Ihre umfängliche Stellungnahme nicht erklären. Glauben sie denn wirklich, dass sich was ändert, wenn ich vor dem KKW rum hopse? Das wird bei den Franzosen bestimmt Eindruck schinden. Nein, die Politik ist hier gefordert. Nur, das entscheiden dort aber halt nicht die Politiker. Und nur nebenbei, ich habe keinen Schaukelstuhl, aber ich unterhalte mich diesbezüglich mit vielen Franzosen, äh Elsässer, darüber, und die sehen die Sache naturgemäß halt etwas anders wie wir.
    Und das bisschen Grün könnte schon was ändern, trotz kluger Lethargie der Bevölkerung, wenn sie denn wollten. Aber die Gründe, warum nicht, habe ich ja bereits genannt…

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Dieter Neufeld: 10. November 2017 - 05:04 Uhr

    Dieses Ergebnis war erwartbar, aber ist gerade bei diesem "Regierungspersonal" besonders enttäuschend. Dann warten wir mal jetzt die Arbeits-Ergebnisse eines Herrn Steinmeiers ab.

    Auch wenn ich mit Herrn Rosa bzgl. seiner Argumente nicht synchron laufen kann, bin ich seiner Meinung man hat schon länger mehr als genug aus dem KKW Fessenheim heraus geholt.
    Es reicht jetzt, ein verbindlicher Schließungsplan muss jetzt endlich ausgearbeitet werden. Das ist schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten überfällig. Das Fehlen dieses Planes zeigt das Fehlen der Schließungsabsicht sehr deutlich auf.

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Friedhelm Bongard: 10. November 2017 - 07:43 Uhr

    Nur mal zur Erinnerung: am deutschen Wesen ist noch nie die Welt genesen.

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Klaus Meier: 10. November 2017 - 08:24 Uhr

    >> .Mal schauen wie viele Präsidenten Fessenheim noch überlebt...
    oder umgekehrt, mal schauen wieviele Präsidenten Fessenheim noch überleben.

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E.B. van Weiden: 10. November 2017 - 08:26 Uhr

    Was wir Deutsche gerne hätten - sicher auch nicht wenige in der jeweiligen Regierung - steht immer erst nach der gleichen grundsätzlichen Frage, besonders gegenüber Frankreich: können wir uns diese oder jene Forderung leisten?

    Also: welche Folgen könnte es haben, wenn wir unsere Sicht der Dinge durchzusetzen suchen, wenn wir "Druck" machen? Wie weit können wir gehen, wie offen können wir auch unseren eigenen Volkszorn befördern?

    Das gerade ist immer ein gefährliches Vabanquespiel, besonders in letzter Zeit. Denn wir laufen stets Gefahr, demnächst wieder allein auf weiter Flur zu stehen.

    Selbst die Türkei mit ihren bodenlosen Frechheiten war in der Lage, uns in die Enge zu treiben, denn der Stand und die Beliebtheit Deutschlands steht mit jedem Tag auf dem Spiel, wenn nur einer unserer sogenannten "Freunde" - und ganz besonders Frankreich - zu "sticheln" beginnen würde.

    Das Ergebnis wäre sehr schnell der Versuch, uns zu isolieren und als immer noch beliebtes Feindbild neu anzuprangern. In Frankreich wurde dies noch im Frühjahr beim Wahlkampf ganz ausgiebig gepflegt und was da über uns an unvergleichlich Bösartigem ausgeschüttet wurde, kannte kaum Grenzen.

    Man hat es aber ad eins in Deutschland möglichst nicht erwähnt, das Volk soll ja ruhig bleiben, ad zwei hat man es von offizieller Seite nicht kommentiert und auch eine französische Regierung hielt sich da raus - der Friede blieb somit beiderseits gewollt noch erhalten.

    Aber unsere so alternativlose Verbindung (unrichtigerweise Freundschaft genannt) ist gerade mit diesem strategischen Partner Frankreich der absolut wichtigste Sicherheitsaspekt deutscher Interessen - besonders doch auch wegen unserer so schlechten Erfahrungen im letzten Jahrhundert.

    Was deutsche Regierungsverantwortung ist, zeigt sich gerade an dieser so oft für's Volk unverständlichen Zurückhaltung - wir Deutsche haben mit unserer zentralen Mittellage in Europa und unserer geistigen, technischen und anderen Überlegenheit aus der Geschichte gelernt: man wird uns genau deshalb nie lieben und seinen jeweiligen Minderwertigkeitskomplex ausleben und bei jeder kleinen Regung deutschen Missempfindens draufhauen und seinen Neid und Hass rauslassen, wenn wir es nicht schaffen, immer und ewig auszugleichen und zu verhindern, dass man uns wieder einmal in die Zange nehmen kann. Leider!

    Einmal mehr, armes, starkes Deutschland.

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Detlef Wolters: 10. November 2017 - 08:26 Uhr

    @Neifeld
    "Es reicht jetzt, ein verbindlicher Schließungsplan muss jetzt endlich ausgearbeitet werden. Das ist schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten überfällig."

    Den wird es nicht geben können, da Frankreichs Stromversorgung in Nöten steckt. Flamanville geht zwar wohl noch 2018 in Betrieb, aber bis 2024 muss der Deckel des Druckreaktors schon wieder ausgetauscht werden. Das birgt Versorgungsrisiken. Dann stehen auch noch diverse Stillstände anderer Reaktoren auf dem Plan, was erhebliche Risiken für die Stromversorgung im Winter nach sich zieht.
    Früher war das alles kein Problem, da das deutsche Netz stabil und überversorgt war und dem Nachbarn jederzeit helfen konnte. Heute aber "zappelt" der Wind- und Solarstrom im Netz; Uraltmeiler in ganz Europa werden als Reserve für den Winter angemietet.
    In dieser Situation weitere Reaktoren in Deutschland stillzulegen sieht Frankreich, wohl zu recht, als erhebliches Risiko für die eigene Versorgung.

    Da ist der Weiterbetrieb der uralten Druckreaktoren in Fessenheim als direkte Folge der deutschen Energiewende zu sehen.

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Dieter Neufeld:
10. November 2017 - 09:33 Uhr

    Herr Wolters, Ihre Darstellung ist leider "nicht" falsch, aber genau deshalb braucht es eine solche Planung, damit es die Abhängigkeiten darstellt. Diese Abhängigkeiten müssten dann abgearbeitet werden. Das Land BW ist Mit-Eigentümer und trägt für sein Eigentum Mitverantwortung, aber leider reicht es nicht für mehr als für popolistische nationale Auftritte (siehe Chem Ö.) kurz vor Wahlen!

    So wie das jetzt läuft bzw. bisher gelaufen ist sehe ich keine Chancen für ein Abschalten, speziell auch nicht in diesem Gebiet, da fehlt für eine zuverlässige Grundlast die Kapazität. Auch konnten unsere Politiker ihre Finger nicht befreien für eine dringende Ausarbeitung der notwendigen Konzepte. Energiepolitik ist trotz Netzverbund auf Europäischer Ebene, Nationalpolitik. Wie soll das funktionieren? Mit den deutschen Klimabelastungen aus unseren Braunkohle Schweinereien? Die können wir auch nicht abschalten, bzw. erst wenn wir neu Braunkohlekraftwerke bauen. Da ist extremes diplomatisches Geschick gefragt. Wer könnte das von unserer Politikertruppe leisten? Jede positive Überraschung wäre willkommen.

    Fessenheim hat bzgl seinem KKW viel geleistet und die "Stilllegung verdient", das man das nicht tun kann ist zum Grossteil auch auf die Realitätenverdrängung in der deutsch nationalen Energiepolitik geschuldet. Für mich stellt sich schon länger die Frage ob unsere eher "grünliche lokale Klass de Politik" in BW überhaupt ein Interesse an der Abschaltung von Fessenheim haben kann?

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Peter Ganter: 10. November 2017 - 10:10 Uhr

    Trotz grüner Regierung in BW, trotz Nuklearkatastrophen wie z.B. Tschernobyl und Fukushima, die Regierungn haben nichts aber auch gar nichts daraus gelernt, die Atomlobbys und deren Geldgier sowie deren macht ist stärker. Sehr traurig!

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E.B. van Weiden: 10. November 2017 - 12:30 Uhr

    Belassen wir es dabei. Auf Deutschland "hören" würden (und tun es) Franzosen nur dann, wenn es Geld gibt - und im Fall Fessenheim wären es schlicht viel zu hohe Kosten. Zudem ist derzeit (zwar ganz und gar nicht bei Agrarsubventionen, aber) in Sachen Energiehaushalt das Gegenteil der Fall.

    Denn unsere Energiewende, die ja nur langfristig gelingen kann, hat momentan noch einen so hohen Braunkohleanteil, aus rein wirtschaftlichen Gründen durchgängig vorgehalten, dass wir weiterhin Stromlieferant Nr.1 in Europa sind - und dabei leider den Profit der EDF deutlich schmälern. Das passt denen natürlich nicht.

    Und Fessenheim dient als Erpressungsversuch, immer schon und jetzt aktuell eben wieder. Für Ottonormal sind das keine nachvollziehbaren rationalen Gründe, aber es sind im Wesentlichen sie, die die deutsche Wirtschaft und deutsche Politik leitet - bei ihrem angeblichen Wegschauen und in Wahrheit ständig neuem Verhandeln hinter verschlossenen Türen.

    Nein, Frankreich ist kein Freund und Frankreich wird erst alles richtig machen, wenn es diesen Staat und viele andere einschließlich unserem nicht mehr gibt und sie allesamt aufgegangen sind in einem großen europäischen Staat. Und, oh Wunder, ein Herr Macron steht dem gar nicht so abgeneigt gegenüber.

    Belassen wir es dabei, warten wir großflächige Entwicklungen ab und kämpfen wir an allen Fronten, es steht nämlich wohl zunehmend spitz auf Knopf, ob sich endlich doch noch ein starkes, friedliches Europa entwickelt und durchsetzt oder dieser unsäglich dumme Neonationalismus - bei dem dann Fessenheim am Ende auch noch hoch geht und sicher hochgehen muss............

    Es lebe die Sch...egalität oder wie war das nochmal? Ab in die Tonne..........in die verstrahlte?

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Michael Schimpf: 10. November 2017 - 19:59 Uhr

    Frankreich hat entschieden:

    Der Klimawandel ist ein Problem. Grüne Anti-Atom-Angstpropaganda nicht.

    Also logische Entscheidung.

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Wolfgang Stockbauer: 10. November 2017 - 20:21 Uhr

    Hallo Herr Schimpf, genau so ist es. Und gerne nochmals, was hören wir denn von unseren Grand Damen des grünen Vereins, Roth, Göring-Eckardt und Andreae außer Pfeifen im Walde, nichts…
    Aber bei den Jamaika Verhandlungen die große Tuba blasen. Mein Gott, lass Neuwahlen kommen…

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Bernhard Köhler: 10. November 2017 - 20:56 Uhr

    "Mein Gott, lass Neuwahlen kommen…"
    Herr Stockbauer, Sie sollten sich vor dem Schreiben öfters etwas tiefgehender mit der Faktenlage beschäftigen. Man vermeidet damit Peinlichkeiten:
    www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

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Gustav Rosa: 10. November 2017 - 23:03 Uhr

    Soeben erreicht uns von unseren Mitstreitern aus dem Elsass die Nachricht, dass der für den nuklearen Teil zuständige Direktor der EdF heute im AKW Fessenheim angekündigt hat, dass die Vorbereitungen für die Stilllegung Ende 2018 begonnen und bis April 2019 abgeschlossen werden sollen. Dabei werden 250 bis 300 Angestellte versetzt. Für die Überwachung des Atomkraftwerks während der Rückbauphase werden die restlichen Angestellten und weitere Ingenieure beschäftigt.

    Es wurden Ordnungskräfte eingesetzt um zu verhindern, dass Angestellte aus dem Atomkraftwerk nach Hartmannswiller aufbrechen, wo die Präsidenten Macron und Steinmeier den Gedenktag zum ersten Weltkrieg begingen.

    p.s. Bitte meine etwas holprige Ausdrucksweise zu entschuldigen. Ich habe mit meinen bescheidenen Französischkenntnissen versucht, den Originaltext so wortgetreu wie möglich zu übersetzen.

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Günther Maschkowski:
10. November 2017 - 23:51 Uhr

    Herr Rosa,
    Ich hoffe die Meldung stimmt so wie sie das geschrieben haben. Falls ja, Gratulation! Ihnen und Ihren Mitstreitern gebührt Respekt und Anerkennung. Danke.

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Andreas Quirin: 11. November 2017 - 00:37 Uhr

@Herr Rosa: Ich schließe mich den Worten von Herrn Maschkowski zu 100 % an.

P.S. Am Wochenende habe ich Besuch aus Frankreich (meine Mutter und 2 meiner Schwestern (incl. Schwooger). Ich werde 'mal nachfragen, wie die momentane Stimmung in F bzgl. KKW ist, und werde gerne hier Auskunft geben - natürlich wird das nur eine Momentaufnahme sein.

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E.B. van Weiden: 11. November 2017 - 08:28 Uhr

Herr Rosa, ich glaube es noch kaum. Das wäre ja wirklich ein wunderbarer Erfolg! Gratulation!

Aber wie kam das? Jetzt nach der neuerlichen Meldung "Nein" plötzlich erst recht das "Ja"? Haben sich Macron und Steinmeier vielleicht erst gestern darauf geeinigt?

"...........bei ihrem angeblichen Wegschauen und in Wahrheit ständig neuem Verhandeln hinter verschlossenen Türen."

Und ob wir das je erfahren werden, wagt man genau so zu bezweifeln.........

Ich drücke auf alle Fälle weiter sämtliche Daumen! :-)

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Edith Haidner: 11. November 2017 - 08:32 Uhr

Das Vertrauen in hohe Politiker und ihre Versprechen sinkt immer mehr.
Und wer badet ein AKW-Unglück aus? Das westlich gelegene Süd-Baden.

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Wolfgang Stockbauer: 11. November 2017 - 08:46 Uhr

Gemach gemach Frau Haidner, soweit sind wir zum Glück noch nicht, aber Fessenheim ist von Paris genausoweit entfernt wie wir hier von Berlin. Nur, das entscheiden weder Paris noch Berlin und ob die das überhaupt wollen, hab so meine Zweifel. Was hören wir denn aus dem wesentlich näheren Stuttgart…

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Gustav Rosa: 11. November 2017 - 12:18 Uhr

Die Medien hinken diesbezüglich hinterher. Es ist bequemer, Meldungen von internationalen Presseagenturen aufzuschnappen und als Schlagzeile weiter zu verbreiten.
Was im AKW und hinter den Kulissen passiert ist dagegen mühsam zu recherchieren. "Kleine" Journalisten können davon nicht leben und die großen sind mit Jamaika, Trump usw. voll ausgelastet..
Paris ist weit und die Politiker taktieren eher vorsichtig. Die Stimmung im AKW und im Elsass ist ausschlaggebend. Und da zeichnet sich die Tendenz ab, dass man sich mit dem Ende der atomaren Ära schon langsam abgefunden hat. Die Uralttechnik kann von modern ausgebildeten Fachkräften kaum noch bedient werden - auch das ein Grund für ein baldiges Abschalten. Der Patient AKW Fessenheim wird zurzeit nur noch künstlich am (Über)Leben erhalten. Von Rentabilität ist schon lange nicht mehr die Rede. Alles Anzeichen, dass das Aus schon vor dem von der EdF in den Raum gestellten Termin Ende 2018 bevorsteht.
Lokale Initiativen könnten (man beachte den Konjunktiv!) dazu beitragen den Prozess zu beschleunigen - so, wie es die fiktive, männlich/weibliche, deutsch/französische Bürgermeisterin bei der Kundgebung am 21.09.2017 auf dem Münsterplatz in Breisach vorgetragen hat: spd-breisach.de/fileadmin/_spd_/pdfs/2017/20170917-Demo/20170917-Ansprache_BM_fiktiv-de.pdf