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09-11-17
Rubrik: Pressebericht, Fessenheim
Rosa fordert von Macron und Steinmeier Taten

AKW-Gegner wollen schnelle Abschaltung von AKW Fessenheim.

BREISACH/ELSASS (BZ). Heute, Freitag, 10. November, kommen der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im elsässischen Hartmannswiller zusammen. Gustav Rosa, Initiator der Breisacher Montagsmahnwache, hat dieses Treffen zum Anlass genommen, an die beiden Staatsoberhäupter zu schreiben. Er fordert Macron und Steinmeier auf, sich für die sofortige und endgültige Stilllegung des Akw Fessenheim einzusetzen.

"Das Hickhack um die schon 2012 vom damaligen Präsidenten Hollande angekündigte Schließung des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs in Fessenheim geht weiter und erfüllt uns alle mit großer Sorge", heißt es in dem Schreiben an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Das Treffen in Hartmannswiller sei eine inzwischen schon traditionelle Geste und ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft auf höchster politischer Ebene. Diese Freundschaft werde auch bei den Mahnwachen und Demonstrationen gegen den elsässischen Atommeiler gelebt.

Präsident Macron habe mehrfach angedeutet, dass er an der Zusage seines Vorgängers, das Akw Fessenheim stillzulegen und zurückzubauen, festhalten wolle. Allerdings fehlten bislang klare Worte, mit denen die Energiewende auch in Frankreich zeitnah vorangetrieben werden könnte. Seit der atomaren Katastrophe in Fukushima haben in Breisach mittlerweile 340 Mahnwachen gegen die Gefahren der Atomkraft stattgefunden, informiert Rosa in seinem Brief an den französischen Staatspräsidenten. "Unsere primäre Forderung ist die sofortige und endgültige Stilllegung des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs in Fessenheim", heißt es in dem Brief.

"Rückbau bietet neue Chancen"

In der Anti-Atombewegung im Dreiländereck werde die deutsch-französisch-schweizerische Freundschaft gelebt. Man sei in Kontakt mit Lokalpolitikern von beiden Seiten des Rheins. Inzwischen sei eindeutig zu erkennen, dass ein rentabler Betrieb immer unrealistischer werde. "Der Rückbau bietet neue Chancen und kann zur weiteren Stärkung der deutsch-französischen Freundschaft beitragen", so Rosa. Und auf beiden Seiten des Rheins gebe es kluge Stimmen, die bereit seien, eine wirtschaftliche Zukunft auch ohne Atomkraft vorzubereiten.

Der Brief endet mit der "inständigen" Bitte an Macron, die von seinem Vorgänger 2012 angekündigte und "jetzt schon längst überfällige Entscheidung sofort in die Wege zu leiten". Alle wirtschaftlichen, rechtlichen und moralischen Voraussetzungen seien vorhanden, nur die Umsetzung lasse auf sich warten.