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24.04.18
Rubrik: Pressebericht, Fessenheim

Breisach

Fessenheim-Gegner treten in den Hungerstreik gegen Weiterbetrieb des AKW

Gustav Rosa nimmt acht Tage nur Wasser und Brot zu sich. Foto: Kai Kricheldorff

Er organisiert bereits die Mahnwachen gegen das Atomkraftwerk Fessenheim in Breisach: Nun tritt Gustav Rosa in den Fastenstreik gegen den Weiterbetrieb des AKW.

Wie angekündigt hat Gustav Rosa, der Organisator der Mahnwachen auf dem Breisacher Neutorplatz gegen das Kernkraftwerk Fessenheim, nach der Kundgebung am Montagabend seinen Fastenstreik begonnen. Acht Tage und Nächte, bis Montag, 30. April, will der Anti-Kernkraft-Aktivist bei Wasser und Brot auf dem Neutorplatz streiken, um der Forderung Nachdruck zu verleihen, Frankreichs ältestes Kernkraftwerk endlich und für immer abzuschalten.

366 Montagskundgebungen gegen die Atomkraft

366 Montagskundgebungen haben seit der Katastrophe im Atomreaktor im japanischen Fukushima im März 2011 auf dem Neutorplatz stattgefunden. Als vor zwei Wochen in Fessenheim der höchst störanfällige Reaktorblock 2 wieder ans Netz ging, nachdem er zuvor 666 Tage abgeschaltet war, entschloss sich die Mahnwache Breisach mit ihrer Aktion "Fastenstreik", der Forderung der Kernkraftgegner am Oberrhein Nachdruck zu verleihen.

Das blieb nicht ohne Wirkung: Fernsehsender, Rundfunkstationen und Zeitungen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz berichteten darüber. Die Montagsmahnwache, zu der sich rund 40 Anti-Kernkraft-Aktivisten von beiden Seiten des Rheins eingefunden hatten, begleiteten Theo Ziegler und Gerd Ohligschläger mit Protestliedern. Mitstreiter von Gustav Rosa werden sich dem Fastenstreik zeitweise anschließen. So harrte die Breisacherin Gisela Keitel während der ersten Stunden mit Gustav Rosa bei Wasser und Brot auf dem Neutorplatz aus.

Kernkraftgegner: Nicht ohne Reaktionen aus Breisach

Das aus Sicht der Kernkraftgegner sinnlose und gefährliche Wiederhochfahren des Reaktorblocks 2 in Fessenheim dürfe nicht ohne Reaktionen aus Breisach bleiben, fordern Rosa und seine Mitstreiter aus Südbaden, dem Elsass und der Nordschweiz. Sie wollen, dass die zugesagte Kooperation für geplante deutsch-französische Großprojekte von deutscher Seite so lange auf Eis gelegt wird, bis das AKW Fessenheim vollständig und endgültig vom Netz genommen ist.

Am Dienstagmorgen passierten Hunderte von Schülern das kleine Zelt mit den vielen Schrifttransparenten und gelben Anti-AKW-Fahnen. Manche Kaufleute und Kunden des Wochenmarkts informierten sich gestern Nachmittag über den Fastenstreik. Pierre Rosenzweig aus St. Die in den Vogesen hatte sich inzwischen zu Gustav Rosa gesellt. Dieser sprach von einer "distanziert wohlwollenden Akzeptanz", mit der die Breisacher und Besucher der Stadt bislang die Protestaktion verfolgen.

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   Online Kommentare:
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Frank Greschel: 24. Apr 2018 - 22:19 Uhr

Lieber Gustav Rosa, man kann über Dich sagen und von Dir halten was man will. Aber diese Ausdauer im Kampf gegen dieses allseits gehasste Atomkraftwerk gebührt allerhöchsten Respekt und Anerkennung. Vielen Dank für dieses Engagement.